Sonntag, 10. Januar 2016

Chironicus Interruptus.


Drei Bilder die den unerwartet kurzen Ausflug nach Chironico treffend zusammenfassen: Wunderschöne Blöcke, Begeisterung, viel zu bald gefolgt von Schnee...früher als erwartet...trotzdem war es wunderbar draußen zu sein.
Eine ausgiebige Outdoor-Neujahrsboulderei - der perfekte Start ins neue Jahr.

Happy 2016!

Urtigrutten Block.

Temporary Excitement.

Snow, Snow, too much Snow.

Sonntag, 13. September 2015

WEEKEND WARRIOR. Nicht jammern, sondern klammern!

Auch wenn ich schon während dem Studium immer viel zu tun hatte, so wusste ich doch kaum, was es bedeutete 9h täglich zu arbeiten. Am Abend müde zuhause anzukommen und kaum Zeit zu finden für das was für mich zum Lebenselixier geworden ist.
Mittlerweile lebe ich immer besser in diesem Rhythmus - ich bilde mir ein zum Weekend Warrior, zum Working Class Hero zu werden.


Nach einer langen Woche ging mir das Herz auf als ich endlich wieder, mit dem Crashpad auf dem Rücken, mit meinen "Luckypants" von Tirol Climbing auf der Brücke über den Bergbach stand, der den Parkplatz vom Wald trennt. Ich hatte Sarah und Claus im Schlepptau und hoffte heimlich, dass ich ihnen nicht zu viel vorgeschwärmt hatte und sie am Ende meine Begeisterung für diesen Wald und seine Felsblöcke nicht teilen würden, doch schon auf dem Weg über eben diese Brücke waren meine Zweifel wie weggewischt als ich ihre großen Augen sah, die gar nicht wussten wohin sie schauen sollten. Genau so hatte vor etwa eineinhalb Jahren wohl auch ausgesehen. 

Crossing the river.   Foto: Sarah.

Und noch immer kann ich mir ein Lächeln nicht verkneifen, wenn ich den Fluss, den Wald und die Berge ringsum sehe - kaum zu glauben dass ich jetzt nur eine kurze Autofahrt von dieser Schönheit entfernt lebe. Für mich wird es wohl immer etwas "magisches" bleiben. Magic Wood.

The view.   Foto: Sarah.

Ohne die Begleitung von weder Berni oder Fred, noch sonst jemand der sich auskannte versuchte ich den erfahrenen Führer abzugeben und führte Sarah und Claus zu den Bouldern die ich kannte oder von denen ich zumindest dachte sie wieder zuerkennen. Fast unvermeidlich verliefen wir uns natürlich trotzdem - aber einen schönen Block fanden wir trotzdem und probierten uns an der Linie darauf ohne zu wissen wie schwer oder leicht sie sein würde. Leicht war sie nicht. Nach einer Zeit gelang es uns, nach einigen erfolglosen Versuchen, doch den richtigen Start und die folgenden Züge auszutüfteln.

Unknown.   Foto: Claus.

Fettes Schweinchen (6B).   Foto Claus.


Wir stiegen in mir bekannte und unbekannte Boulder ein und genossen den Tag im Wald, doch ich wusste ich würde an diesem Tag nicht nach Hause fahren ohne einem ganz bestimmten Boulder einen Besuch abgestattet zu haben.
Scrubs (7A). Dieser Boulder, den ich im letzten Herbst zum ersten Mal probiert hatte und damals aufgrund des Regens hatte abbrechen müssen, von dem ich geträumt hatte und dessen Züge ich allein auf der Fahrt hier her rund 30 mal durchgegangen war.
Auch bei meinem letzten Kurzbesuch im Wald war ich hier gewesen und bis zum oberen Teil gekommen, hatte dann aber vor lauter Erstaunen losgelassen. Heute! ...

Ich stieg ein und spulte schnell und ohne viele Probleme die ersten Züge wie im Schlaf ab. Hook, hinauf zur abschüssigen Kante, mit der zweiten Hand dazu. Während der Hook weiter zieht, mit der rechten Hand auf etwas was man wohl kaum eine runde Leiste nennen kann als vielmehr eine Delle im Fels. Mit der linken Hand nachrücken und dann mit der rechten Hand hinaus zur kannte. Erst dann kann der Hook VORSICHTIG gelöst werden.
Doch so vorsichtig verhielt ich mich wohl nicht und lag plötzlich auf der Matte - trotzdem wusste ich, das ich ihm heute zu Leibe rücken würde. Heute war es soweit.

Scrubs (7A).   Foto: Claus.

Während ich Kraft sammelte, den Ausstieg testete - mich jedoch nicht traute über die „Platte“ hinaus zu steigen - erklärte ich Claus und Sarah die Züge. Ähnlich wie ich waren beide so gefesselt von dem Boulder, dass sich Claus beim Hooken die ganze Ferse aufriss ohne sich groß darum zu scheren. Lediglich einmal nahm er Notiz vom Blut an seinem Bein, was Sarah nur mit den Worten abtat: „Nicht jammern - klammern!“
Ich musste lachen, jedoch wurde mir im selben Moment bewusst wie passend dieser Satz für diese Route war. Es erfordert eine ganze Menge Kraft und eine noch größere Portion Körperspannung sich an der Auflegerkante entlang zu hangeln, nur am Hook hängend.

Mit diesem Motto im Kopf stieg ich erneut ein, obwohl ich den Ausstieg noch nicht versucht hatte und mir bewusst war, dass dieser wie so oft die größte Hürde für mich darstellen würde. Von einem guten Griff und einem mäßigen muss man den linken Fuß hoch um die Kante auf einen für mich deutlich zu unsicheren Tritt stellen. Anschließend schiebt man das komplette Gewicht auf den Fuß und steht auf um dann zur Kante, dem Top, zu greifen und auszusteigen. Aber genau dieses Aufstehen war das was mir etwas Unbehagen bereitete. Doch daran wollte ich in diesem Moment nicht denken.

Scrubs (7A).   Foto: Claus.

Als ich meinen Hook löste und umstieg konzentrierte ich mich auf jeden einzelnen Zug und als ich soweit war den Fuß um die Kante stellen zu müssen tat ich es einfach und schob mich hinaus. Ich griff etwas, das mir als Minileiste beschrieben worden war und tatsächlich noch einiges weniger als das war. Dann kam ich schon mit der rechten Hand zur Kante. Ich stieß einen Jauchzer aus und stieg aus. 
Sarah was sending.
Als ich grinsend auf der anderen Seite den Block wieder hinab stieg und zu den Beiden zurück ging zitterte ich leicht und konnte es kaum glauben, dass ich diesen Boulder endlich bezwungen hatte. Eine Italienerin die mit ihrem Begleiter zugesehen hatte gratulierte mir und sprach ihren Respekt aus. Für mich verschwamm der Nachmittag ab diesem Moment in einem Glücksgefühl.

The Wave (6A+).   Foto: Claus.


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ENGLISH

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I finally feel like a weekend warrior as I am spending my weekends outdoors climbing. I guess that this is what it feels like to be a working class hero ;)

After a long week my heart was rejoicing when I stood on the bridge that crosses the river connecting the road on the one side to the magical forest on the other side.
I had my crashpad on my back and I was wearing my "luckypants" by Tirol Climbing.
I secretly hoped that i had not overselled the wood to Sarah and Claus who were accompanying me. Yet, walking over the bridge I saw the look in their eyes which probably meant they were just as overwhelmed as I was one and a half years ago.
Even now, I cannot help but smile looking at the beauty of this river, the wood and the mountains around. To me it will always be somewhat magical. MAGIC WOOD.

The river.   Foto: Sarah.

We strayed through the forest and tried this and that and just enjoyed being in the forest. Still, I knew that I could not go home without paying one particular boulder a visit.
Scrubs (7A). Since I first tried this boulder last autumn, I dreamed of doing it and just on the drive here I imagined every move probably a hundred times.
During my short stay the week before I tried "Scrubs" and reached the upper part of it, yet, I was so startled that I let go. But today...

The first moves I did almost in my sleep: Hook, up to the downward sloping edge, the second hand as well. Leaving the hook pulling strongly you go further with your right hand to a slopy round thing that is not more than a dent in the rock. Move up with the left hand and then reach with the right one to the edge. Not until then you CAREFULLY remove the hook.

Well, I was not that cautious and suddenly found myself back on the mat. Nevertheless I knew that today would be the day that I defeated the beast.

Scrubs (7A).   Foto: Claus.

I tried the exit of the route but I could not find the courage to do it. While I was gathering my strength I advised Sarah and Claus on how to do the route. Just like me they instantly loved the boulder, so much so that Claus teared open the skin around his heel without even caring about it. Just one small comment of him on the blood was brushed away by Sarah saying: "Nicht jammern - klammern!" 

Well, that one would not rhyme in English so why translate ;) But it losely means something like don't moan about it but just keep going.

This sentence is just so true for that boulder since it is taking up so much power and even more of of your core strength when you layaway on the edge just hanging on that one hook.

Keeping this motto in mind I started another try even though I had not done the exit, knowing that it would be the biggest hurdle for me.
With the food on a (to me) precarious foothold you have to shift all your weight to that food, then stand up with hardly anything to hold on to. Only when you stood up you are able to reach the final hold. 
Standing up was what I was worried about - but at that time I did not even what to think about that.

Scrubs (7A).   Foto: Claus.

When I released the hook and put my foot on the next hold my head was empty, I just concentrated on every next move and when I reached the part where I had to place my foot around the edge and stand up - I just did it, grabbed something that was described to me as a microcrimb and really was not more than that. Then i reached the top with the right hand. I let out a jubilant cheer and got out of the route.
Sarah was sending.
I went down in the back of the boulder and with the biggest smile on my face and still a little shaky I returned to to the others.
An Italian Woman that had been watching together with her companion gratulated me and told me how much respect she had for what I just did.
For me, the rest of the day blurred into happiness from that point.

Fettes Schweinchen (6B).   Foto Claus.

THE LOVE.   Foto: Claus.



Donnerstag, 21. Mai 2015

UP I WENT - CLIMBING WEEKEND.

Nach dieser selbst auferlegten „Pause Woche“ komme ich mit noch mehr Motivation zurück!
Das Wochenende davor habe ich draußen unglaublich und ausgiebig genossen. Darum war es Zeit meinem Körper etwas Ruhe zu gönnen, Zeit zur Regeneration, Zeit Wunden heilen zu lassen und Zeit um das vorherige Wochenende noch einmal revue passieren zu lassen.

Obwohl die Temperaturen noch nicht einmal gefürchtete Ausmaße angenommen hatten, genoss ich es am Freitag auf 1700m Höhe bei angenehmen 13°C und Sonne zu bouldern. 


Up we go.

Boulder in the Forest.

Ich konnte mich in „Weiberein und Ausstieg“ [7A] verbeissen. Nach einem tiefen Sitzstart, einem Zug auf einen 2-Finger-Griff und den Zug zur Kante muss dann relativ weit heraus in einen Riss gegriffen werden. Was mir zuerst kaum gelingen wollte zeigte mir dann wieder wie unnötig doch das Nachdenken über die eigenen (vermeitlichen) Grenzen doch ist. Mit nur einem kleinen Trick, einem kaum merklichen Schwung der Hüfte war mein Körper auf ein Mal in der richtigen Position, so dass ich ohne Probleme zum Griff greifen konnte.


Weiberein und Ausstieg (7A)_Wolfsberg.    Foto: Berni.

Im Folgenden traversiert man dann an der Kante entlang bis zum Ausstieg, der dann nochmal nicht ganz so einfach ist – genau dabei flog ich mehrere Male. Da ich aber noch immer so begeistert war jenen Zug gemeistert zu haben, von dem ich gedacht hatte dass er mir die größten Probleme bereiten würde konnte ich kaum enttäuscht sein. Ich war lediglich hungrig auf mehr – am liebsten hätte ich bis in die Nacht hinein weiter probiert, obwohl mein Handballen angeschwollen und die Fingerspitzen schon rosa waren.


Bruised Hand...


Doch, dank meinem zweiten Packet von Tirol Climbing bin ich jetzt nicht nur mit wohltuender Creme sondern sogar gleich mit drei Bürsten versorgt.


Bürsten und Top von www.kletterladen.at   Foto: Berni.

Sonntags ging ich Klettern um die Sonne zu genießen und um endlich wieder in Übung zu kommen. Schon vor einigen Wochen bin ich mit Freunden nach Bad Eisenkappel zum „routen-kralln“ gegangen. Schön langsam testen was noch geht.


Beautiful.

So kann ich mich erst einmal nur auf's Steigen konzentrieren ohne mich von der Angst über die nächste Expresse hinaus zu steigen lähmen zu lassen.
Natürlich zahlt man nach so einer langen Zeit des ausschließlich Bouldern den dementsprechenden Preis. Die „Susi ohne Arsch“ [6a Fb] und sei sie noch so schön, machte mich schon ziemlich fertig.


Susi ohne Arsch (6a Fb) _ Bad Eisenkappel.    Foto: Chrissi.

Beim Klettern muss ich erst wieder neu lernen mich aufs Steigen zu konzentrieren und weniger von meiner Kraft Gebrauch zu machen. Genau das ist es allerdings, auf was ich mich in der kommenden Zeit so sehr freue: Technik auffrischen und Sicherheit gewinnen – Dinge die mir auch das Bouldern weiter erleichtern werden, da bin ich sicher. Aber vor allem Dinge, die ursprünglich meine Stärken waren und mit der Zeit in den Hintergrund gerieten – Zeit sie wieder aufleben zu lassen.


On the wall...     Foto: Chrissi.

Auch den darauffolgenden Montag verbrachte ich draußen – ich konnte nicht in meine Pause-Woche starten ohne „Weiberein und Ausstieg“ abgezogen zu haben. Doch auch wenn ich es zuerst nicht so sehr spürte hatte das Wochenende am Fels meine Kraftreserven ziemlich aufgebraucht. Obwohl ich einige gute Versuche machen konnte wird der Durchstieg dann aber erst beim nächsten Mal gelingen.
Für mich bot dieser Tag, oder eigentlich das komplette Wochenende, wieder ein Mal Gelegenheit meine Grenzen zu Testen und den Tag mit Freunden in der Natur zu verbringen. Es gibt nichts das ich lieber tue.


Forest.


Worüber ich auch freue ist dass trotz stetig wachsender Motivation meine Verbissenheit nachlässt, ich freue mich wieder am Bouldern bzw. am Klettern an sich, statt nur auf den Schwierigkeitsgrad einer Route zu schauen. Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass mir eine 7A oder B nicht ein fettes Grinsen ins Gesicht treibt – aber so oder so genieße ich es draußen zu sein. Der Felskontakt ist mein Ruhepol, meine Oase. Ich kann von allem anderen Abschalten und ich denke, dass es das ist was meine Liebe zu diesem Sport, zu dieser Lebensart ausmacht.


Beauty of Nature.    Foto: Chrissi.

Julia in "Schleichender Löwe" (6c)     Foto: Chrissi.


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ENGLISH

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This self-obliged week of resting has me filled up with motivation.
I spent the weekend before outdoors and enjoyed every single minute of it but it was time to give my body, fingers and muscles time to regenerate and relax. 

Last Friday, already fed up with the temperatures, I drove up to 1700m altitude to enjoy bouldering at perfect 13°C.


Up we go.
I tried „Weiberein und Ausstieg“ a gorgeous 7A where you move from a deep sit start, to a small 2-finger crimp up to the edge of the boulder. From there it is a far reach into a crack - a move that I believed was almost impossible for me, proved to be fairly easy. Just a small hip rotation, almost unnoticeable put me in the right place to easily grab the hold.


Weiberein und Ausstieg (7A)_Wolfsberg.    Foto: Berni.

Traversing and topping out the edge seemed to be more of a problem and even though I came close several times I always fell on the last move. Having mastered the one move I believed to be impossible I could hardly feel disappointed. Instead I was excited to try it over and over again until my wrist was bruised and my fingertips did barely hold skin.


Bruised Hand...

Brushing Action.


Sunday, I spent rope climbing – as you might have heard I am trying to get back into shape. I am still trying to cope with the fact that years of sole bouldering have made me more anxious about the height and have robbed me of a good amount of technical skills.


Beautiful Landscape.    Foto: Chrissi.


Still, after a few good goes in fairly easy routes, such as „Susi ohne Arsch“, a beautiful 6a that is just about 20m high, I am confident that I will regain my strength with technique. 


Susi ohne Arsch (6a Fb) _ Bad Eisenkappel.    Foto: Chrissi.

I am so looking forward to trying hard and battling my fear. Plus, I am absolutely sure that regaining technique will not only benefit my climbing but also my bouldering. Which leaves me with all the more motivation.

What this weekend also taught me (once more), is that I adore this sport not only for the fitness but also, and more importantly for the lifestyle it has become to me. A day outdoors calms me down, it relaxes me – I am free of stress and limitations and can just be and that is what motivates me so much. 


Belaying.    Foto: Chrissi.


Dienstag, 14. April 2015

SPONSORED.

Ganz offiziell: ich werde jetzt gesponsored!
Tirol Climbing wird mich in Zukunft einkleiden und ich freue mich riesig jetzt Teil ihres Teams sein zu dürfen.
Vielen Dank für das fette Packet.
Tirol Climbing dresses me nicely.

Sonntag, 12. April 2015

MALTATAL OR: WHETHER THE WEATHER WILL BE NICE

Once again I have been to the beautiful Maltatal. This time I tried "Rechts vom Shoulder" a nice 7A. I managed the lower part quite well but unfortuntately the rain came sooner then expected leaving me no time to gather my courage to top out...still I thought I would not spare you the details of how my day went - see for yourself.



Donnerstag, 26. Februar 2015

OUTDOORS AGAIN // DIRTBAG LIFE PT. 5

Sarah in front of the rock(s).


Es war viel zu lange. Viel zu lange war ich nicht mehr draußen Bouldern. Oh wie ich es vermisst habe!
Um der eisigen Kälte und der Schnee in der Schweiz aus dem Weg zu gehen fuhr ich mit Berni etwas weiter in den Süden - Varazze. Diese kleine, italienische Stadt direkt am Mittelmeer ist genau das Richtige für einen winterlichen Bouldertrip, besonders für all diejenigen, die nicht bei Minusgraden klettern wollen.


in front of Vaporetto [6B+_Varazze]   Foto: Berni.


Nach der langen Hallen-Zeit habe ich nichts dringender gebraucht als Felskontakt.
Kalter, rauer Granit - das ist das Bouldern in Varazze. 
Doch Bouldern in Varazze ist auch auf der Suche nach einem Führer von Bar zu Bar geschickt zu werden und festzustellen, dass dienstags in Italien offensichtlich niemand arbeitet...
Auch per GPS war die Suche nach den Blöcken wenig erfolgreich. Frustriert und genervt nach einem Tag Suche fuhren Berni und ich doch noch ins 50km entfernte Finale Ligure wo wir dann endlich einen Führer kaufen konnten.
Früh am nächsten morgen ging es dann schließlich wirklich los.


windy.

Mit unserem, für die italienischen Sträßchen viel zu breiten Auto schlängelten wir uns langsam zum größten und ergiebigsten der Sektoren Varazzes - Potala, der unter anderem die berühmte Linie "Goia" (8C+) auf einem gruselig hohen Felsen beherbergt.
Im Wald lagen die Blöcke den Fluss entlang verteilt und gaben ein wunderschönes, von mir so sehnlichst vermisstes Bild ab. Was im Füherer allerdings schwer zu erkennen war - einige der Blöcke waren absolut außerhalb der Höhe die ich als komfortabel zum Bouldern finde... ich werde mich wohl nie überwinden können (und sei die Route noch so schön) an der oberen Kante eines 5m hohen Blockes entlang zu traversieren.



That huge gorgeous bloc.

Stattdessen beschloss ich langsam anzufangen und so stieg ich in "Esilio" (6B) ein. Wunderschöne Kletterei auf einem kleineren Block. Sarah was sending. Und das steigerte meinen Hunger auf's draußen Bouldern noch mehr.



Elisio [6B _ Varazze]   Foto: Berni.

Schon angenehm erschöpft versuchte ich mich am Abend noch an "Kali" (7A) einem kurzen aber kraftintensiven Boulder. Nach einem halb liegenden Start kreuzt man auf zwei mäßig gute Leisten nur um dann in ein 1-bis-2-Fingerloch weiterzugreifen - von dort dann "nur" noch höher steigen, Schwung holen und weiter raus auf einen Aufleger greifen. Dann in einem kleinen Sprung weiter auf den nächsten Aufleger. Abschließend von diesem Aufleger einen kleinen Push-up um die Füße zur Hand zu bringen und auf dem Absatz zu stehen...na toll...
Ich habe getan was ich konnte, doch schon das Fingerloch konnte ich beim besten Willen nicht halten - noch konnte ich mir vorstellen von dort meinen Fuß höher zu setzen und auf den Aufleger zu feuern.
Zu meinem Erstaunen machte mir diese Erkenntnis weniger zu schaffen als ich es sonst von mir selbst gewohnt bin. Ich war einfach nur glücklich draußen sein zu können. Ich konnte das Bouldern wieder unglaublich genießen, mich in meine steigende Motivation fallen und von ihr tragen lassen.

So gelang mir sogar vor Berni der etwas riskante und ungemütliche Ausstieg von "Koala" (6C). Sarah was sending...first ;)


Koala [6C_Varazze]

Ich will damit nicht sagen, dass ich bei diesem Trip nicht alles gegeben habe - trotzdem habe ich das Gefühl, dass man manches Mal - gerade in Varazze - der eigenen Kraft und der Haut auf den Fingern zu Liebe einige Boulder auch mal als Projekt für's nächste Mal lassen können muss. 
So ging es mir zum Beispiel mit "Muschio" [7A] einem unglaublich kraftigen Boulder auf einem einzigartigen Block am Fluss.



Muschio [7A_Varazze]

Schon der Startzug vom inneren der Höhle zur unteren Kante des Blockes fühlte sich für mich schier unmöglich an. Ich drehte mich rechts und links, setzte Hooks über meinen Kopf - nichts schien es mir zu erlauben diesen Zug zu machen. Also startete ich an der unteren Kante. Trotzdem war der Boulder extrem kraftintensiv und der Ausstieg um die runde Kante wollte mir einfach nicht gelingen. Also beschloss ich nach einigen Versuchen meine Kraft zu sparen. Aber dieser Boulder wäre definitv nochmal einen Besuch wert.

Am letzten Tag suchten wir uns den Sektor Eden aus. Auch hier liegen die Blöcke direkt am Fluss. Großartige Blöcke.



Thrilladen [7A_Varazze]   Foto: Berni.


In diesen schönen Überhang "Thrilladen" (7A) wollte ich sofort einsteigen. Wieder ein Boulder der Kraft und Haut kostet - nicht zu vergessen der Mut der einem beim Ausstieg abverlangt wird. Man steigt über eine runde Kante noch gut 1,5m hinaus, wissend dass es unmittelbar hinter einem direkt 8m in die Tiefe geht. Ohne mich.
Trotzdem wollte ich mir diese schöne Linie nicht nehmen lassen und beschloss darum sie bis zur Kante, ohne Ausstieg zu machen. Leichter gesagt als getan - denn was zuerst recht leicht aussah kostete mich beinahe alle Kraft, ebenso den Willen die kleinsten Leisten trotz schmerzender Finger zuzuschrauben und nicht loszulassen. Doch ich wusste, dass ich es konnte wenn ich nur bereit war durchzubeißen. Also tat ich was nötig war. Hook, Toehook, dynamisch, statisch und mit aller Kraft die ich aufbringen konnte. Sarah was sending. Einfach großartig.


Thrilladen [7A_Varazze]   Foto: Berni.

Sollte ich abschließend noch etwas sagen?
Varazze ist gerade im Winter ein wunderbares Ziel und vor allem gut mit deinem Sportkletterurlaub in Finale Ligure zu kombinieren. Der Fels variiert von scharfem Granit über Konglomerat bis hin zu verwaschenen, runden Blöcken. Allerdings musste gerade ich mich, vom Magic Wood verwöhnt, daran gewöhnen von Sektor zu Sektor gut 20km auf den schmalsten Straßen zu fahren. Also das Wohnmobil vielleicht lieber zu Hause lassen - und nicht vergessen vorher einen Führer zu kaufen.

Trotz einiger Umstände hat mir dieser Trip wieder Kraft und vor allem Motivation gegeben. Auch mit rosa Fingerkuppen und daher schmerzenden Händen hänge ich unglaublich gerne auf diesen Felsblöcken. Die Bewegung lässt mich alles andere vergessen und ist das nicht das was Sport zum Lebenselexier macht? Die Tatsache, dass man sich in diesem Moment auf nichts anderes konzentrieren muss - das ist es was mir Kraft gibt. Das ist es wofür ich trainiere.




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ENGLISH

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It has been way too long since I have been bouldering outdoors. I missed it so much!
To avoid snow and ice I in Switzerland I drove southbound towards the mediterranean sea - VARAZZE.  A beautiful, little italian City, just perfect for a winter-boulder-trip, especially if you are not so much into bouldering at sub zero temperatures.



beautiful italian landscape in the sunlight


For me there was nothing more important than getting outdoors. Feeling the cold, rough granite rocks after such a long time in the climbing gym. 



in front of Vaporetto [6B+_Varazze]   Foto: Berni.

Unfortunately though, it was not that easy to start climbing. I searched the whole city and the suburbs for the guide book. Apparently italians do not work on tuesdays....
Slowly accepting the fact that I would not get a guide book until the next day I tried searching the rocks via GPS. I only found some rocks that were completely overgrown and covered in moss - which meant I did not recognize them for the routes that they were.
Frustrated and bugged out after a day of searching I decided to drive to finale ligure - there I eventually found a shop that was open and had the guide book.
The next morning I was finally able to start bouldering.



windy.

Well, after Berni and I made it safely up the narrow roads with our car...we chose the sector Potala for our first day. It is the biggest and the most efficient of all the sectors in Varazze, plus it has one of the most famous routes in the world: "Goia" (8C+). Which I decided not to try just yet ;)

The boulders are just lying in the forest next to the river - it is just a gorgeous picture. A picture that I have been missing terribly.
However, some of those rocks were alarmingly high - I am just not comfortable of a traverse along the edge of a rock that is about 5 meteres high...even if that line is as beautiful as this one.


huge boulder.

Instead I did "Esilio" - a beautiful 6B route on a smaller block. Sarah was sending - and that fueled my desire to bouldering outdoors even more.



Elisio [6B _ Varazze]   Foto: Berni.

What I also tried was a short 7A "Kali", very powerful. Small crimps and an even smaller fingerhold from where you have to reach out to the round edge, then pull up the feet...well, I tried my best but I just was not able to controll this tiny hold with my finger and then reach even further.
Surprisingly, I was not even frustrated that much when I realized that I could not do the boulder. I was just so happy about being outside, bouldering. During these days in Varazze I was able to simply enjoy climbing and let myself get carried away in motivation.
It was that motivation that made me top out another, kind of scary boulder "Koala" (6C) even before Berni did. Sarah was sending....first ;)

I do not want to make it seem like I did not give my best during this trip. Still, I believe that sometimes it is good to know when it is the time to safe up your energy and skin and leave a project for the next visit.
This is why I left "Muschio" (7A), an amazingly powerful route on a unique block next to the river, without sending it.




Muschio [7A_Varazze]

The first move already made me wish I was a little taller - I just could not reach the lower edge from inside the cave. The rest of the boulder was still very powerful so that I was not able to top out over the round edge. After several unsuccessful tries I made the decision to save up my power.

We spent the last day in the sector Eden, another one of my favorite sectors in Varazze. It has just gorgeous boulders.


Thrilladen [7A_Varazze]   Foto: Berni.

Like this one. "Thrilladen" (7A), again very powerful and takes a toll on your skin. Not to mention how brave (and a little insane) you have to be in order to top out, knowing that right behind you there is a cliff going down about 8 meters. Not for me!
Yet, since I absolutely loved the looks of this route - I had to at least try. So I decided that I would do it just up to the round edge, without toping out. 
Well, it was easier said than done. It took me all the power I had, plus I had to commit to pinching those small crimps even if my fingers hurt so much. I exploited my whole repertoire: hook, toehook, dynamic moves, static and all the energy I had.
Sarah was sending. And it was amazing.


Thrilladen [7A_Varazze]   Foto: Berni.


So what is left to say?
Varazze is defenitely a great destination in the winter. The rock variies from sharp granite, to conglomerate and sometimes even totally round, washed out boulders. There is something for everyone. However, getting to the boulders is not always that easy, especially since the roads are very narrow - so better leave your camper at home...
Being used to Magic Wood bouldering where you just park your car and do not move it until you drive home, it was kind of annoying for me having to drive about 20km from one sector to another. Yet, it is worth it - but do not forget to bring a guide book ;)

Despite the obstacles this trip helped me regain my power and motivation. Even if my fingertips are pink and hurt I still enjoy hanging on those rocks. The climb makes me forget everything else - and isn't that what sport is all about? The fact that in that moment nothing else is important. That is what gives me strength. That is why I am training.